Neue Studien beleuchten das Alter der menschlichen Neugier und deren Entwicklung im Kontext prähistorischer Kulturwandel.
Neue Studien beleuchten das Alter der menschlichen Neugier und deren Entwicklung im Kontext prähistorischer Kulturwandel. Schon die ältesten steinernen Werkzeuge dokumentieren kein bloßes Zufallsprodukt, sondern wiederkehrende Versuche, Materie gezielt zu formen: die Oldowan-Geräte vor etwa 2,6 Millionen Jahren zeigen Variabilität in Schlagtechnik und Rohstoffwahl, die sich am besten als experimentelles Tast- und Lernverhalten interpretieren lässt. Variationen in Schlagwinkel, Kerngröße und Retuschen deuten auf Probieren, Fehlschläge und adaptives Verbessern hin — Verhaltensweisen, die Neugier, Exploration und eine Bereitschaft zu Neuerprobung voraussetzen. Die Kontrolle über Feuer und die Anlage von Feuerstellen markieren einen weiteren wichtigen Meilenstein. An Fundplätzen mit längeren Nutzungsphasen finden sich konzentrierte Brennstoffreste, veränderte Bodenchemie und wiederkehrende Herdplätzchen, was auf systematisches Experimentieren mit Wärme, Kochen und Licht schließen lässt...

