Was ein Betroffener während seiner Nahtoderfahrung erlebte.

 


Godehard Brüntrup, ein Theologe und Philosoph, hatte nach einem Herz-Kreislauf-Versagen eine sogenannte Nahtoderfahrung. Er spricht in einem Interview darüber, was er gesehen hat. Er sagt, dass man zuerst das Gefühl hat zu sterben und einen dann eine große innere Ruhe und Gelassenheit überkommt. In dieser Klarheit setzt ein Lebensrückblick ein, in dem man sein eigenes Leben radikal hinterfragt. Schließlich folgt ein Erlebnis des Übergangs: durch einen Tunnel in eine andere Welt, in der auch andere personale Wesen sind.

Brüntrup berichtet, dass er während seines Nahtoderlebnisses keine lebenden Personen wiedererkannt oder lange Gespräche geführt hat. Menschen, denen solche Erfahrungen widerfahren, begegnen immer nur Verstorbenen, nie Lebenden. Nach dem Übergang in die andere Realität spürte Brüntrup eine positive Zuwendung von anderen, aber es war nicht so richtig räumlich oder figürlich. Eher wie Energiefelder, die aus dieser oder jener Richtung kamen. Dieses Gefühl wurde jedoch bald von einem allumfassenden Gefühl der Liebe ersetzt.

Brüntrup ist der Ansicht, dass er Gott persönlich begegnet ist. Er führt aus, dass sein Gehirn ihm zwar eine letzte Gute-Nacht-Geschichte erzählen könnte, aber die Erfahrung war so intensiv, dass er das nicht glauben kann. Liebe und Gott sind laut Brüntrup nicht naturwissenschaftlich erklärbar und all unsere menschlichen Erfahrungen lassen sich auf Täuschungen unseres Gehirns zurückführen.

An diesem Punkt spricht der Philosoph Matthias Brüntrup über seine Einstellung zum Tod. Vor einigen Jahren hat er eine Erfahrung gemacht, die sein Leben verändert hat. Seitdem denkt er viel über den Tod nach und findet diese Gedanken immer positiv besetzt. Für ihn ist der Tod einfach ein natürlicher Teil des Lebens und nichts, was man fürchten muss.

Brüntrup ist Jesuit und wollte Priester werden. Vor seiner Nahtoderfahrung hatte er jedoch Zweifel. Die Nahtoderfahrung hat diese Zweifel beseitigt und ihm gezeigt, dass er sein Leben auf die Gottesfrage setzen sollte. Die tiefste und bedeutendste Realität ist Liebe, und es kommt darauf an, nach der Nahtoderfahrung ein Leben auf der Suche nach Weisheit zu verbringen.

In diesem Interview wird auch die Frage diskutiert, ob Nahtoderfahrungen das Jenseits beweisen. Brüntrup hält dies für unsinnig und erklärt, dass Nahtoderfahrungen immer noch Erfahrungen in dieser Welt sind. Allerdings wirft die Tatsache, dass Menschen in Nahtoderfahrungen sehr viel von ihrer Umgebung wahrnehmen, auch einige naturwissenschaftliche Probleme auf. Vielleicht muss unser Bild davon, wie unser Gehirn unser Bewusstsein erzeugt, auch einfach nur radikal reformiert werden.

Brüntrup hat eine Nahtoderfahrung gemacht und berichtet, dass er dabei ein starkes Licht gesehen hat. Diese Erfahrung hat sein Vertrauen in eine allumfassende Liebe, die er gespürt hat, gestärkt, aber er hat keine letzte Gewissheit bekommen, dass er nach dem Tod nicht doch in ewige Dunkelheit fallen wird.


 


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