Jetzt bröckelt die Macht der Klima-Lobby

 




Jetzt bröckelt die Macht der Klima-Lobby – Davos als Wendepunkt

Jahrelang schien es, als gäbe es für Unternehmen kein Entkommen: Wer Kapital wollte, hatte sich der Klima-Agenda zu beugen. Große Investoren, internationale Organisationen und politische Akteure zogen an einem Strang – und machten „Nachhaltigkeit“ zur Eintrittskarte in die Welt der Finanzierung. Doch ausgerechnet auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos wurde nun sichtbar: Das einst allmächtige Netzwerk verliert rasant an Einfluss.

Der Brief, vor dem Konzernchefs zitterten

Kaum ein Schreiben wurde in Vorstandsetagen so aufmerksam gelesen wie der jährliche Brief von Larry Fink, dem Chef von BlackRock. Als größter Vermögensverwalter der Welt sitzt BlackRock praktisch überall mit am Tisch – und konnte Unternehmen mit einem Federstrich unter Druck setzen.

Ab 2020 stellte Fink den Klimawandel ins Zentrum seiner Investmentstrategie. Begriffe wie „Netto-Null“ und „nachhaltiger Kapitalismus“ wurden zur neuen Pflichtsprache der Wirtschaft. Wer keine CO₂-freie Zukunft versprach, musste fürchten, von Kapitalströmen abgeschnitten zu werden. Für viele Manager war klar: Widerspruch konnte teuer werden.

ESG: Vom Leitbild zur Zwangsjacke

Mit den sogenannten ESG-Kriterien – Umwelt, Soziales, Unternehmensführung – sollte die Wirtschaft neu vermessen werden. Nicht mehr allein Gewinn, Innovation oder Kundennutzen zählten, sondern politische Zielmarken. Unterstützt wurde dieses System von einem dichten Geflecht aus Großbanken, Versicherern, Stiftungen und internationalen Organisationen wie dem Weltwirtschaftsforum.

Das erklärte Ziel: Unternehmen sollten nicht mehr in erster Linie ihren Eigentümern dienen, sondern einer nebulösen „Gesellschaft“. Kritiker sahen darin eine schleichende Entmachtung marktwirtschaftlicher Prinzipien – und eine politische Umformung der Wirtschaft ohne demokratische Legitimation.

Davos ohne Klimahype

Doch in Davos zeigte sich nun ein bemerkenswerter Stimmungswechsel. Während frühere Treffen von Klima-Panels dominiert waren, spielte das Thema zuletzt nur noch eine Nebenrolle. Statt Weltrettungsrhetorik standen plötzlich harte Realitäten im Fokus: geopolitische Konflikte, wirtschaftliche Unsicherheit, soziale Spannungen.

Selbst Larry Fink schlug neue Töne an. Der abrupte Abschied von fossilen Energien sei nicht immer bezahlbar – weder für Durchschnittsbürger noch für Schwellenländer. Dass sich das WEF nun demonstrativ als „neutrale Plattform“ präsentiert, wirkt wie ein stilles Eingeständnis: Die große ESG-Offensive ist ins Stocken geraten.

Politischer Gegenwind und Kapitalflucht

Parallel dazu wächst der Widerstand. In den USA sorgten politische Kurswechsel für Rückbau von ESG-Vorgaben, auch in Europa mehren sich kritische Stimmen. Unter Joe Biden waren Nachhaltigkeitsregeln noch massiv ausgebaut worden – doch der Wind hat gedreht. Der Auftritt von Donald Trump in Davos und die klare Ansage seines Umfelds zugunsten fossiler Energien unterstrichen den Machtverlust der Klima-Lobby.

Zudem sprechen die Zahlen eine klare Sprache: ESG-Fonds verlieren seit Monaten Milliarden, Banken ziehen sich aus Klima-Bündnissen zurück. BlackRock selbst verabschiedete sich aus zentralen „Net Zero“-Allianzen, weitere Zusammenschlüsse lösten sich gleich ganz auf.

Ein Ende der großen Umerziehung?

Was bleibt, ist Ernüchterung. Die Idee, die Weltwirtschaft von oben herab in eine politisch definierte Richtung zu lenken, stößt an ihre Grenzen. Investoren, Unternehmen und Staaten entdecken wieder, dass Wohlstand, Energieversorgung und Wettbewerbsfähigkeit nicht beliebig geopfert werden können.

Der Kollaps der Klima-Lobby ist kein plötzlicher Knall, sondern ein schleichender Rückzug. Doch Davos hat gezeigt: Die Zeit der moralischen Erpressung durch ESG-Siegel und Klima-Manifeste ist vorbei. Die Realität meldet sich zurück – und mit ihr die Marktwirtschaft.